Sonntag, 11. Juni 2017

Shafer Canyon Road

P1090855Den Arches NP habe ich in meiner Planung glatt übersehen, aber er liegt ja unübersehbar bei Moab. So bin ich heute die paar Schleifen der Straße am Colorado River nochmals zurückgefahren (nicht, daß das keinen Spaß machen würde!) und zum Arches NP abgebogen. Ich war früh dran und so war das (Ab)Kassierhäuschen nicht besetzt und ich konnte so hineinfahren. Ansonsten für Motorradfahrer 15$. Leider sind die meisten der Steinbögen nur mit einem kleinen Fußmarsch zu sehen und nicht von der ErschlieP1090857ßungsstraße aus. Aber bei den Temperaturen kurz vor 30 Grad schon am frühen Vormittag habe ich mir das in den Motorradklamotten erspart. Ein paar Bögen habe ich trotzdem ablichten können. Ansonsten sind auch hier wieder Steinformationen in allen Varianten zu sehen (aber nur in rot…). Ich bin dann ein weiteres Mal an meinem Campground von letzter Nacht vorbeigefahren, denn dP1090869ie Straße führt zum Shafer Canyon Trail oder auch Potash Road. Die heißt so, weil hier in Verdunstungsbecken Kalium gewonnen wird. Das Blau dieser künstlichen Seen ist total irrsinnig. Danach führt die Piste immer wieder hoch über dem Colorado River durch den Canyonlands NP. Die Piste ist einigermaßen ruppig und man sieht vereinzelt auch nur Jeeps oder vergleichbare Fahrzeuge. Der Herr Denzel würde die Strecke sicher mit 4 klassifizieren. Am Ende wartet dann noch eine Serpentinenstrecke, die in der steilen Felswand angelegt ist. Zusammen mit der sowieso schon hohen Lufttemperatur bekommt der Lüfter der BMW hier richtig Arbeit. P1090884Hier kommen von oben auch öfter Allradfahrzeuge entgegen, aber auch ein Mädel mit einem normalen Straßenauto. Die wird ihren Spaß bekommen haben, so oder so! Ganz oben landet man wieder auf der geteerten Hauptstraße, interessanterweise hinter dem Kassenhäuschen für den Nationalpark. Von daher ist die von mir gewählte Fahrtrichtung auf dieser Piste zu empfehlen Winking smile.

Samstag, 10. Juni 2017

Colorado River

P1090705Heute morgen hat der Wind zum Sonnenaufgang wieder etwas zugenommen. Da war dann Strategie gefragt, wie das Zelt abzubauen ist, damit es mir nicht davonfliegt. Und von dem roten Sand wollte ich auch möglichst wenig mit einpacken. Ich bin dann die gestrige Strecke wieder ein Stück zurück bis Mexican Hat gefahren und habe Kaffee unP1090755d Sprit getankt. Gleich um die Ecke ist der Goosenecks State Park, wo sich der San Juan River mäanderförmig in die Landschaft eingeschnitten hat. Im Lake Powell trifft er sich dann mit dem Colorado River. Gleich danach bin ich auf den “Moki Dugway” gefahren. Laut Internet hätte das eine Schotterpiste sein sollen, aber die Information war wohl schon älter. Außer den Serpentinen die Steilwand hoch war alles asphaltiert. Aber auch geteert war es eine schöne Strecke zu fahreP1090766n. Von Ferne ist nicht zu erkennen, wo die Straßenbauer die Straße in der Steilwand untergebracht haben. Eine Stichstraße zum Canyonlands NP führt am Newspaper Rock vorbei. Darauf sind wahrscheinlich 2000 Jahre alte Petroglyphen zu sehen. Ein paar der “Petroglyphen” haben auch schon Touristen voP1090783r einiger Zeit hinzugefügt, bis man den Bereich mit einem Geländer versehen hat. Bei Moab habe ich direkt am Colorado River einen Platz für die Nacht gefunden. Eigentlich ein lauschiges Plätzchen und ich hätte schon mal am Blog geschrieben, aber die Mücken dort waren richtig fies. War den ganzen Tag ein recht starker Wind meine Begleitung, hier zwischen den hohen Felswänden war kaum noch was davon zu spüren. Dabei hätte icP1090829h ihn gerade hier wegen den Mücken und den Temperaturen brauchen können. Beim Zeltaufbau kam dann doch noch ordentlich roter Sand aus dem Monument Valley zum Vorschein. Moab selber ist recht touristisch. Viele Hotels, Tourveranstalter, Lokale aller Art und Tand, was der Tourist halt so braucht. Hier sind auch auffallend viele Buggys unterwegs, mit denen sich wahrscheinlich hervorragend auf den umliegenden Pisten herumheizen läßt.

Freitag, 9. Juni 2017

Monument Valley

P1090672Heute morgen um 7 Uhr in Montrose gestartet und auf die US550, den “Million-Dollar-Highway” Richtung Süden eingebogen. Es ging wieder die Berge hinauf und so wurde es auch wieder recht frisch. Ich habe dann auch gesehen, daß die gestrige Entscheidung gut war, die Auffahrt zum Cinnamon-Paß abzubrechen. Auf dieser Seite wäre ich wegen des vielen Schnees in den Seitenstraßen gar nicht herausgekommen. Ebenso war die Piste P1090675zum Black-Bear-Paß auf der anderen Seite wegen des Schnees nach 100m schon nur mehr zu erahnen. Dafür bin ich dann eben weiter südwärts durch eine ebenso sehenswerte Landschaft Richtung Durango gefahren. Hier kamen mir auch massenweise Motorräder entgegen. An einem Aussichtspunkt kam ich dann mit einigen ins Gespräch. Es waren Deutsche, die eine Motorradrundreise mit Harleys gebucht hatten. Es scheint hier wohl so eine Rundtour zu gebenP1090685. Je mehr die Höhe abnahm, umso mehr nahm die Temperatur zu. Bei Cortez waren es schon wieder 32 Grad. Ich habe dann auch von Colorado wieder kurz die Linie zu New Mexico überquert, um kurz danach eine Ecke von Arizona mitzunehmen. Schließlich war ich in Utah. Die Temperaturen stiegen heute mal bis auf 37 Grad, aber ich vermute mal, daß die Luft recht trocken ist, denn eP1090695s war gut auszuhalten. Oder ich war von der imposanten Landschaft abgelenkt, wie man sie nur von Fotos kennt. Diesmal konnte ich die Fotos selber und live machen! Am späten Nachmittag kam ich ins Monument Valley, wo es passenderweise reichlich Campingplätze gibt. Ist das nicht der Wahnsinn, Camping im Monument Valley? Fast als würde man in Machu Picchu campen dürfen.P1090716P1090714

Donnerstag, 8. Juni 2017

Gunnison National Forest

P1090618Nachdem ich momentan jeden Tag wegen des Wetters kaum Strecke mache, habe ich das Routing mal überarbeitet. So schön das hier in den Rockies bei Denver auch ist, so nervig ist es, wenn man faktisch nur bis Mittag fahren kann, weil sich dann derartige Gewitterfronten aufgebaut haben, daß Motorradfahren weder Spaß macht noch sicher ist. VP1090622on Schotterpässen weit über 3000m will ich da gar nicht reden. So bin ich einfach mal auf der Interstate durch den Großraum Denver gefahren und nach rund 100 Meilen nach Süden abgebogen. Aber selbst die Interstate führt durch eine absolut interessante und sehenswerte Landschaft. In Buena Vista wollte ich dann wieder in die Berge abbiegen und über den Cottonwood Pass fahren. Der war nun ausgerechnet wegen Bauarbeiten gesperrt. Zurück in Buena Vista habe ich dann gleich auf dem Campground eingecheckt, denn es war mal wieder soweit mit den P1090642Gewitterstürmen. Der Campground diesmal war ausgesprochen ruhig und ich hatte den hintersten Zeltplatz zwischen den Felsen. Die Aussicht von dort auf die Berge war grandios. Heute bin ich dann wie immer inzwischen P1090646um 7 Uhr nach Süden losgefahren. Die Straße schlängelt sich wunderschön über weite Ebenen und durch kleine Schluchten. Eine Tankstelle gab es bis auf heute morgen (und da hatte ich ja erst 100km aus dem Tank rausgefahren) keine. Irgendwann wollte das GPS dann rechts auf eine gewalzte Piste. Ich habe noch kurz nach einer Alternativroute gesucht, aber da gab es nichts Entsprechendes. Also rauf auf die Piste und durch. Auch hier wartet P1090649die Strecke wieder mit sensationellen Ausblicken auf. Ständig läuft irgendwelches Kleingetier über die Straße. Was es jeweils ist, keine Ahnung. Zum Fotografieren sind sie jedenfalls zu schnell. Selbst ein etwas größeres Tier (Wolf?) ist zu schnell wieder verschwunden. Ganz so einsam ist die Strecke dann nicht gewesen, hätte man hier ein Panne. Es sind immer wieder Autos unterwegs und sogar eine GS kam mir entgegen. Klar, hier geht ja auch eine der Backcountry DiscovP1090660ery Routes entlang. Kurz nachdem die Reservelampe aufgeleuchtet hat, kam der Ort Lake City mit sogar mehreren Tankstellen, puuh! Nach dem Mittagessen bin ich dann wieder auf die geplante Strecke Richtung Cinnamon Pass eingebogen. Die Piste war gut zu fahren, war auf dem GPS ja auch mit gelber Linie gezeichnet. Bis Silverton, dem Ort am anderen Ende der Piste, waren es ja nur 31 Meilen. Als die gelbe Linie allerdings grau wurde, wartete ein vergleichsweise steiler Anstieg mit losem Geröll auf mich.. Den Versuch, da durchzufahren, habe ich auf der HäP1090664lfte abgebrochen. Zumal auch nicht zu sehen war, was danach noch gekommen wäre. Hätte man vielleicht zu zweit und mit vieeel weniger Gepäck machen können und es hätte auch noch Spaß gemacht. So habe ich mir eine Umgehungsroute gesucht und den Tag in Montrose abgeschlossen. Ist nicht so, daß eine Umgehungsroute jetzt nur zweite Wahl ist, die Landschaft ist mindestens genauso gut. Außer Landschaft gibts auch noch andere Kuriositäten zu sehen: McDonalds in Montrose.

Nachdem sich ziemlich am Anfang der Reise ein Knopf an der Touratech-Kombi verabschiedet hat (unbedeutend), ist nun das Sena-Headset komplett ausgefallen (bedeutend!). War in Nova Scotia/New Brunswick nur die Linsenabdeckung dahinter gelegentlich beschlagen, was ja eigentlich auch nicht passieren dürfte. Nun läßt sich das Headset nicht mehr laden, wodurch es dann halt irgendwann leer war. Nur lästig ist dabei, daß ich die Ansagen des GPS nicht mehr höre. Ich bin so schon an einigen Abzweigungen vorbeigefahren, so sehr habe ich mich daran gewöhnt. Das richtig Ärgerliche ist, daß ich jetzt nicht mehr spontan Fahraufnahmen machen kann. Dabei habe ich den größeren Teil der Strecke noch vor mir! Daß es ein Garantiefall ist, nutzt mir hier recht wenig. Ich habe mal Sena USA angeschrieben, vielleicht können sie mir eine praktikable Lösung anbieten.

Montag, 5. Juni 2017

Pike`s Peak

P1090592Die Strasse auf den Pike`s Peak ist eine herrliche Bergstrecke auf über 4200m. Nach Zahlung von 15$ darf man los, aber nicht über 30mph! Naja, zur Erhöhung des Spaßes habe ich hier ausnahmweise etwas mehr als das zulässige Tempo vorgelegt. Die Aussichten über die Landschaft sind sensationell. Genauere Blicke sollte man nicht währP1090601end der Fahrt machen, denn weiter oben sind keinerlei Randsicherungen vorhanden. Und wie steil es daneben abwärts geht, läßt sich nur erahnen (oder man fährt näher an den Rand…). Heute morgen habe ich sicherheitshalber trotz über 20 Grad im Tal die Außenjacke angezogen, was sich als vorteilhaft herausgestellt hat. Oben am Gipfel hat es zwischen all dem Schnee nur noch 4,5 Grad!

Sonntag, 4. Juni 2017

Bishops Castle

P1090542Am Morgen bin  ich diesmal schon sehr früh aufgewacht, als die Sonne aufging. Trotzdem waren andere noch früher dran. Geschlafen habe ich diesmal super gut, wahrscheinlich wegen der Kälte und der Höhe von 2300m. In der Nähe gibt es eine Sehenswürdigkeit: Eine der größten Sanddünen Nordamerikas. Leider ist das wieder Nationalpark und als Motorradfahrer ist man mit 10$ dabei. Wenn man den ganzen Tag Zeit hat und sich Verpflegung und Ausrüstung mitnimmt, dann lohnt sich das sicher. So aber reichen mir auch ein paar Bilder aus der Ferne.
Danach ging die Route immer wieder im Zickzack duP1090548rch die Berge, wobei auch ein paar gewalzte Naturstraßen dabei waren. Einige Abschnitte, wo schon der Anfang etwas heftiger aussah, habe ich umfahren und war dabei sicher auch nicht langsamer. Die Hauptattraktion heute war das “Bishops Castle”. Das hat sich ein Mensch in jahrzehntelanger Arbeit aus Stahl, Steinen und Beton da hingestellt und er arbeitet immer noch dran. Man P1090558kann dort frei rum- und durchlaufen, aber es werden natürlich gerne Spenden genommen, damit der Erbauer weiter dran basteln kann. Da durchzulaufen ist schon ein gewisser Nervenkitzel, insbesondere in den oberen Aufbauten. Viele Konstruktionen sehen recht filigran aus und vermitteln keinesfalls die Sicherheit eines professionellen Stahlbetonbaus. Manche geschweißten Teile wackeln auch etwas bzw. die Leute versetzen die Konstruktion auch extra noch ins Schwanken. Es sind auch viele Eltern mit ihren Kindern da drin. Das geht für mein Empfinden schon Richtung Leichtsinn, denn Randsicherungen gibt es nicht immer und überall ist etwas Scharfkantiges.
Nach weiteren schönen Kurven durch die Berge habe ich dann mal wieder auf einem KOA (Colorado Springs) eingecheckt. Leider war es schon zu spät, noch zu einem anderen Campground zu fahren, denn dieser toppt bisher alles: Maximaler Preis für ein winziges Stück unebener Zeltfläche, dafür weder Strom noch Wasser und das Internet funktioniert auch nicht richtig. So schreibe ich diesen Text mit Strom von der Motorradbatterie und hoffe, morgen früh noch starten zu können. Dafür hat man von der einen Seite die Interstate und von der anderen Seite eine Bahnlinie und einen rauschenden Fluß. Die Qualität dieser Campgrounds schwankt wirklich enorm.