Samstag, 8. Juli 2017

Coldfoot

P1100658Heute also gings los auf den berühmt-berüchtigten Dalton-Highway. Die Straße ist eigentlich als Versorgungsstraße für die Ölfelder an der Prudhoe Bay konzipiert worden. Dort wurde um 1970 herum Öl entdeckt und dazu die Transalaska-Pipeline gebaut, die von Prudhoe Bay quer durch Alaska nach Valdez führt. Dort wird das Rohöl auf TankeP1100667r verladen und zu den Raffinierien in den anderen US-Bundesstaaten gebracht. Inzwischen kommen aber auch immer mehr Touristen und eben auch Motorradfahrer, die mal am nördlichsten erreichbaren Punkt des Kontinents gewesen sein wollen. Die Landschaft auf dem Weg dorthin ist ebenso überwältigend. Coldfoot liegt ungefähr auf halbem Weg zwischen Fairbanks und Deadhorse. Geboten wird Unterkunft, Essen und Sprit. Interessante Landmarken unterwegs sinP1100663d noch der Yukon River und die Überquerung des nördlichen Polarkreises. Von Fairbanks aus hat man noch ca. 120km Teerstraße, dann fängt eine Piste an. Die Oberfläche wechselt dabei ständig: Mal ist sie hart und fest, dann wieder leichter Rollsplitt oder auch mal wieder Stücke von Asphalt. Am besten sind die festen, leichten feuchten Abschnitte mit leichtem Erdanteil P_20170709_053100zu fahren. Es staubt nicht, aber es ist auch nicht rutschig. Wehe allerdings, wenn einer der Wasser-Lkws langfährt und zum Zwecke der Staubvermeidung die Fahrbahn einnässt. Dann wirds unangenehm rutschig. Wie das bei Regen ist, möchte ich gar nicht wissen. Aber die Wetterlage ist gut. In Coldfoot gibts eine nette Campingwiese an einem Teich, wo sich die Motorradfahrer quasi die Klinke in die Hand geben.

Freitag, 7. Juli 2017

wieder mal neue Reifen in Fairbanks

P1100631Gestern habe ich zugesehen, nach Fairbanks zu kommen. Der Grenzübertritt ging sensationell schnell. Nur den Pass kontrolliert und eine Frage, dann konnte ich schon wieder weiterfahren. In Faibanks hatte ich eine Adresse, die in den englischsprachigen Reiseforen immer wieder genannt wird, wenn die Leute mit dem Motorrad nach Deafhorse wollen. Ich hatte schon vorher mal Mailkontakt, aber irgendwie hat die Kommunikation nicht recht geklappt. Wohl auch, weil ich nur ziemlich unregelmäßig am Abend auch Internet habe. So bin ich einfach mal hingefahren, vielleicht klappts ja. Leider hatte er keine Reifen für mich, aber anscheinend ziemlich schlechte Laune. So bin ich dann heuP1100637te morgen bei einem anderen Händler kurz nach 9 am Tresen gestanden. Hier bekam ich meine Reifen aufgezogen, aber die Werkstatt brauchte dafür den ganzen Tag. Ein anderer Kunde, der ebenfalls um 9 Uhr da P1100641war, wartete auch nachmittags um 16 Uhr immer noch. Den Plan, noch am nachmittag nach Coldfoot zu fahren, konnte ich streichen. Bevor ich bei dem Hostel von letzter Nacht wieder mein Zelt aufgeschlagen habe, bin ich dann noch kurz nach North Pole gefahren. Der Ort liegt kurz vor Fairbanks und dort hat alles irgendwie mit Weihnachten zu tun. Natürlich gibts einen Shop mit allem, was man sich vorstellen (oder auch nicht) kann.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Kluane Lake

P1100613Die Strecke durch den Yukon Richtung Grenze zu Alaska ist wunderschön zu fahren. Schneebedeckte Berge zwischen malerischen Seen und dazwischen schlängelt sich der Alaska-Highway durch. Viel Verkehr ist nicht, denn der Warentransport von und nach Alaska wird wohl per Schiff oder Flugzeug abgewickelt. Weit bin ich allerdings heute niP1100620cht gekommen. Aufziehende Gewitter über dem Kluane Lake haben mich an diesem frühzeitig das Zelt aufschlagen lassen. Der Cottonwood Campground war mal wieder ein Glücksgriff. Die Zeltplätze waren alle direkt am Kiesstrand des glasklaren Sees. Und kaum P1100627zu glauben: Auf dem Platz nebenan war ein Camper mit Starnberger Kennzeichen. Am Abend gabs auch hier auf der Terrasse des Office ein kleines Konzert mit Countrymusik. Es ist inzwischen merklich lange hell hier und man muß sich zwingen, schlafen zu gehen.
Mir ist zwischenzeitlich mal ein um fast 50 Prozent höherer Spritverbrauch aufgefallen. Ein Luftdruckcheck der Reifen am Abend war in Ordnung. Konnte also nur schlechter Sprit oder ein Problem mit dem Motor sein. Ich habe dann konsequent nur noch Premiumsprit getankt, worauf sich der Verbrauch wieder normalisiert hat. Ich habe da eine ziemlich ranzlige Tankstelle an der Kreuzung Cassiar-/Alaska-Highway in Verdacht, wo es nur Regular gab. Wahrscheinlich war der Sprit extrem mit Ethanol gestreckt. Normalerweise ist Regular nämlich kein Problem. Gauner…

Dienstag, 4. Juli 2017

Kilometerfressen…

P1100558War es gestern schon so kühl, daß ich wieder den Goretex-Außenanzug gebrauchen konnte, so habe ich heute auch noch die Winterhandschuhe dazunehmen müssen. Die 6 Grad am Morgen gingen noch auf 3 runter, dazu hat es auch noch den ganzen Tag mehr oder weniger geregnet. Aber außer mir frieren hier noch jede Menge anderer Motorradfahrer, alle wahrscheinlich aus Alaska kommend. War im Süden noch die Chopperfraktion dominierend, so kommen hier fast nur noch Dualsport-Motorräder mit hohem GS-Anteil entgegen. Der Alaska-Highway schließlich  ist wesentlich breiter ausgebaut, außerdemP1100562 ist der abgemähte Grünstreifen links und rechts mindestens 15m breit. Eventuelles Wild, welches die Straße queren will, würde man so auf jeden Fall rechtzeitig sehen. So kommt man hier auch schneller vorwärts. Weil es auch sehr lange hell ist, bin ich direkt bis Whitehorse gefahren und habe mich unter der heißen Dusche eines Motels wieder aufgewärmt.

Montag, 3. Juli 2017

Hyder, Alaska

P1100542Nach Prince George hören die Anzeichen menschlicher Besiedelung schlagartig auf. Die Straße führt nur noch durch grüne Wälder und an Seen und Bergen vorbei. Ab und zu kommt schon noch ein Ort, aber am Ortausgang weist ein Schild immer darauf hin, man möge seinen Benzinvorrat prüfen. So habe ich dann doch sicherheitshalber den 10-Liter-Kanister mal aufgefüllt, bevor ich auf den Cassiar-Highway eingebogen bin. Es sind zwar regelmäßig Tankmöglichkeiten vorhanden, aber mir wurde gesagt, es könnte auch mal eine Tanke leer sein. Am Cassiar-Highway liegt der Abzweig nach Stewart (BC) bzw. Hyder in AlasP1100540ka. Der Ort ist bekannt dafür, daß man hier die Bären beim Lachsfischen beobachten kann. Leider war ich noch zu früh dran, die Saison beginnt erst Mitte Juli. Ansonsten ist Hyder fast eine Geisterstadt. Sie liegt zwar auf amerikanischem Gebiet, ist aber nur über Kanada zu erreichen. Da sie aber die südlichste Stadt in Alaska ist, kann man hier schnell mal Alaska besuchen, ohne ganz hoch fahren zu müssen. Eine Grenze ist natürlich vorhanden. Die Amerikaner sparenP1100550 sich hier den Kontrollaufwand, aber bei der Rückfahrt nach Kanada wurden die Papiere kontrolliert. Der Cassiar-Highway ist im Vergleich zum Alaska-Highway viel schmäler und weniger befahren. Deshalb fühlen sich hier auch die Schwarzbären recht wohl. Das Gebüsch an den Seiten reicht recht nahe an die Fahrbahn heran, sodaß man hier ziemlich angespannt entlangfährt. Durchaus zu recht, denn manche der Bären tummeln sich auch auf der Straße. Da hilft nur Warten, bis die Fahrbahn wieder frei ist. Mit der Kompaktkamera konnte ich leider nicht weiter ranzoomen, aber näher ranfahren wollte ich aus verständlichP1100551en Gründen auch nicht. So sparsam die Tankstellen hier verteilt sind, so sparsam sind auch die Übernachtungsmöglichkeiten. Ein durchaus nettes Ski-Heli-Resort hätte das Budget aber definitiv gesprengt. Nachdem ich auf einem Provincial Campground wegen der Bären ein wenig unsicher herumgeschaut hatte, weil außer mir fast alle in Wohnmobilen unterwegs waren, hat mir ein kanadisches Ehepaar angeboten, doch den Zeltplatz direkt an ihrem Wohmobil zu nutzen. Obendrein wurde ich dann noch mit Abendessen versorgt und wir haben uns bestens unterhalten. Thanks a lot, Linda and Larry!

Samstag, 1. Juli 2017

Happy Canada Day

P1100425Heute bin ich der nächsten Empfehlung Einheimischer gefolgt und in Quesnel nach Barkerville abgebogen. Leider eine 80km-Stichstraße, die ich dann auch wieder zurück mußte. Ein Benzincheck vorher ist da äußerst ratsam. Barkerville ist eine historische Stadt aus dem 19. Jahrhundert und entstand mit dem Einsetzen des dortigenP1100455 Goldrausches. Viele der alten Gebäude können auch von innen besichtigt werden und sind mit Einrichtungsgegenständen der damaligen Zeit ausgestattet. Auch sind viele Geschäfte als Restaurants in Betrieb oder es werden Dinge von früher verkauft. Im Souvenirshop werden Goldwaschpfannen gefüllt mit Kies und Sand und einP1100477igen Goldkörnchen verkauft. Die kann man in den bereitstehenden Wasserbottichen dann rauswaschen. Das mußte ich auf jeden Fall probieren. Die Touristen bekommen natürlich Hilfe, damP1100478it auch wirklich das Gold übrigbleibt und nicht alles weggewaschen wird. Gar nicht so einfach!
Vom Canada Day heute bekommt man natürlich nur was mit, wenn man wenigstens in einer Kleinstadt ist. So habe ich mich heute mal in einem Motel in Prince George (BC) in der Innenstadt einquartiert. Ein Feuerwerk gabs abschließend auch, ist aber schwer zu fotografieren. Das Bild gibt es nicht wieder, denn es war in Wirklichkeit beeindruckend.

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