Dienstag, 26. September 2017

kleine Parkrunde

P1110751In der Nacht hatte es neben starkem Regen auch noch etwas gewittert. Am Morgen war aber alles wieder trocken und es war auch nicht sonderlich kalt. Allerdings hingen die Wolken ziemlich tief und dunkelgrau, sodaß man meinen konnte, es fängt jeden Moment an zu regnen. Es blieb aber den ganzen Tag fast trocken, nur war es meistens ziemlich dunkel. Der Wettercheck für die nächsten Tage sah leider nicht ganz so gut aus. Entweder ich fahre morgen wieP1110761der los und komme nahezu trocken an der Fähre an. Oder ich hänge eine weitere Nacht dran, muß dann aber wahrscheinlich im Regen abbauen und auch fahren. Oder ich hänge zwei Nächte dran und verbringe dann wahrscheinlich einen Tag bei Regen mehr oder weniger im Zelt. Der Nationalpark ist zwar sehr schön, aber dann doch eher was zum Wandern. Andere Angebote wie Bootsausflüge wurden inzwischen schon eingestellt. Sind ja auch kaum noch Touristen da. Gegen Abend wurde es immer kälter und für die Nacht sind sogar 0 P1110752Grad vorhergesagt. Es ist jetzt einfach die Zeit, wo man entweder seine Cabin für den Winter fertig haben oder sich schleunigst vom Acker machen sollte. Und so nehme ich Option 1 und fahre morgen schon zur Fähre zurück nach Nova Scotia. Meine kleine Zeltheizung funktioniert übrigens hervorragend und schafft es angenehmes Klima.

Montag, 25. September 2017

Gros Morne Nationalpark

P1110753Heute war bestes Fahrwetter, etwas kühl zwar, aber sonnig und wenig Wind. Überall, wo ich angehalten habe und angesprochen wurde, wurde ich meistens auch nach dem Ziel gefragt. Und auf meine Antwort “Gros Morne Nationalpark” waren alle ganz begeistert und habe davon in höchsten Tönen geschwärmt. Da war ich ja mal gespannt. Und tatsächlich, je näher der Nationalpark kam, umso bergiger wurde die Landschaft. Die Straße im Nationalpark kann man sich vorstellen wie die Großglockner-Straße: Bester Zustand und Kurven ohne P1110744Ende. Nur daß man hier die Straße für sich alleine hat. Und natürlich sind die Berge nicht so hoch. Der Campground kam bald in Sicht und ich habe ein “Seegrundstück” für mein Zelt bekommen. Das war so idyllisch, daß sich sogar “Wildlife” hier wohl und durch mich nicht gestört gefühlt hat. Die Wettervorhersage für die nächsten Tage habe ich immer wieder verfolgt und gehofft, daß sich noch was dran ändert. Es soll nämlich sogar schon heute nacht etwas regnen. In Erwartung desP1110745sen habe ich heute rechtzeitig bei Walmart einen billigen Haartrockner zur Verwendung als Heizlüfter erstanden. Dazu noch ein ebenso billiges Verlängerungskabel, um den Strom ins Zelt zu bekommen. Hätte ich schon viel früher kaufen sollen. Damit sollte sich das feuchtklamme Klima im Zelt vertreiben lassen. Nach dem Zeltaufbau bin ich dann noch in den “Ort” gefahren, in der Hoffnung, was zu essen zu finden. Leider war alles wie ausgestorben und ein Restaurant oder Ähnliches war nicht zu finden. Wenigstens gab es Sprit fürs Motorrad. Und ein GemischtwareP1110746nladen hatte offen, der als solcher ungefähr genauso leicht zu identifizieren war wie die in der russischen Einöde. Drinnen ein paar Regale mit einer Auswahl von Allem, was man in der Einöde brauchen könnte: Cerealien, Dosenfutter, Motoröl, Backwaren, Bier, Glühlampen, Mückenmittel, Tiefgefrorenes, Nutella. So habe ich mir dann ein Abendessen aus Dosenfleisch und einer Art Weißbrotsemmel zusammengestellt. Weiter rumzusuchen war keine Option, da es inzwischen dunkel wurde und hier so einiges Tierzeugs über die Straße läuft. Naja, und kaum hatte ich es mir im Zelt gemütlich gemacht, fing es auch schon zu tröpfeln an.

Sonntag, 24. September 2017

Sweet Bay und Bonavista Peninsula

P1110709Gestern hatte ich eine Einladung, Chantelle`s Eltern zu besuchen. Ich bin mir im Moment nicht sicher, ob ich das am Beginn dieses Blogs erwähnt habe: Das war die supernette Familie meines ersten AirBnB, als ich im April in Halifax angekommen bin. Ihre Eltern leben auf Newfoundland und verbringen den Sommer in einem dieser schönen Fischerdörfer an der Küste in ihrer Cabin. Was soll man sagen: Unsereins setzt sich abends auf die Couch und glotzt in den Fernseher, dort hat man ein Panoramafenster zP1110700um Meer und schaut den Wellen zu! Das “Programm” ist weitaus interessanter und Werbeeinblendungen gibts auch keine. Zum Abendessen gab es Dorsch, frisch am Morgen aus dem Meer gefangen. Heute morgen hätte ich auch mit raus fahren können, aber das fiel wegen des starken Wellengangs leider aus. So bin ich nach dem leckeren Frühstück noch die Bonavista-Halbinsel abgefahren und habe mir die Dörfer und Buchten angesehen. Ganz an der Spitze soll dort 1497 P1110713John Cabot auf der Suche nach einer Westroute nach Asien auf Land getroffen sein. Wieder in Richtung Westen habe ich mich am Abend auf dem schon bekannten Campingplatz in Gander einquartiert. Obwohl heute im Laufe des Tages die Sonne herauskam, ist es ziemlich frisch geblieben. Morgen sehe ich zu, daß ich zum Gros Morne Nationalpark komme. Mal sehen, wie lange ich dort bleibe. Für die nächsten 2 Tage sieht die Wettervorhersage noch gut aus, aber dann P1110733ist starker Regen angesagt. Entweder fahre ich frühzeitig zur Fähre oder ich sitze es aus. Denn zum Rumfahren im Regen habe ich eigentlich keine Lust.

Donnerstag, 21. September 2017

Pond und Cove

P1110626Heute bin ich von St. John`s wieder Richtung Westen gestartet. St. John`s ist schon eine sehr nette kleine Stadt, insbesondere Downtown und der Hafen. Leider war der Campingplatz von der Innenstadt aus zu Fuß kaum erreichbar, sodaß ein abendlicher Restaurantbesuch mit alkoholischem Getränk ausfiel. Beim Zusammenpacken am Morgen hat es entgegen der Vorhersage nicht mehr geregnet, sodaß das Zelt vom starken Wind direkt trocken geblasen wurde. Ich habe mich dann entlang der Küste auf den Kleinststraßen geP1110654halten. Dabei kommt man ständig an unzähligen Buchten, Fischerdörfern und kleinen Seen vorbei. Die Siedlungen sind hier teilweise wie aus dem Ei gepellt. Es werden auch ständig neue Häuser gebaut und zum Kauf angeboten. Könnte mir gefallen… Den angepeilten Campingplatz mußte ich ein wenig suchen, denn weder der Eintrag in der App noch in den Navidaten war aktuell. Als ich ihn schließlich gefunden hatte, war es einer dieser Glücksgriffe: Sehr nette BetreiP1110684ber, total ruhig und ausgesprochen günstig. Weil es inzwischen abends doch recht kühl wird, habe ich mir diesmal ein Feuer angemacht. Und weil ich keine so große Menge Feuerholz brauchte, wie verkauft wurde, hat man mir das Holz auch noch geschenkt! Dazu war der Platz auch noch am Wasser und Mücken gibts wegen der niedrigen Temperaturen auch keine mehr. Ich liebe dieses Land…

Montag, 18. September 2017

Newfoundland

P1110601Gestern bin ich also wieder über die Confederation Bridge nach New Brunswick und von dort weiter nach Nova Scotia gefahren. Besonders auf Cape Breton merkt man sogar an der Beschilderung den starken schottischen Einfluß: Zusätzlich zu Englisch stehen die Ortsnamen auch noch auf Gälisch auf den Schildern. An sich war es eine ziemlich lange Tagestour, aber da meine Fähre nach Newfoundland erst um kurz vor Mitternacht startete, hatte ich ewig viel Zeit. Nach dem Verzurren des MotorP1110603rades habe ich mich auf den Weg zu meinem reservierten Sitz gemacht. Kabinen waren zum einen schon alle weg und zum anderen lohnt sich das wegen der vergleichsweise kurzen Überfahrt nicht. Man wird ja immer viel zu früh am Morgen aufgeweckt. Den Sitz hätte ich auch nicht unbedingt dazubuchen müssen, denn ein normaler Sitz wäre schon inklusive gewesen. So hatte ich aber für kleines Geld einen sehr bequemen Schlafsessel in einem abgeschlossenen Bereich, was sich im Nachhinein als sehr gut herausgestellt hat, denn ich biP1110609n vergleichsweise ausgeruht aufgewacht. Die Insel sieht hier an der Südwestecke ganz anders aus, als die bisherigen Ecken von Canada. Alles ist felsig und der Trans-Canada-Highway führt kurvig durch bergige Gegenden. Nicht umsonst wird Newfoundland auch “The Rock” genannt. Die Entscheidung heute war, wie weit fahre ich? Das Wetter heute war super sonnig, aber für morgen und übermorgen wird Regen für die Westküste erwartet. So habe ich heute gleich mal die halbe Strecke bis St. John`s zurückgelegt. Leider hatten hier dann die Campingplätze sP1110613chon alle geschlossen, sodaß ich trotz bestem Wetter auch nach einigem Herumsuchen ein Zimmer nehmen mußte. Da muß ich künftig besser aufpassen, besonders wenn die Campingplatzdichte sowieso schon nicht sehr hoch ist. Morgen sollte ich trocken bis St. John`s kommen und der angepeilte Campingplatz hat auch noch offen. Dort bleibe ich dann wenigstens noch eine zweite Nacht, schaue mir die Stadt an und fahre eine Tagesrunde.

Freitag, 15. September 2017

Prince-Edward-Island

P1110570Auf dem Campingplatz bei Bathurst war ich ob der Jahreszeit der Einzige auf der Zeltwiese. Und da es so ruhig war, habe ich glatt “verschlafen”. Vielleicht lags auch an der neuen Zeitzone gegenüber Quebec. Aber weit hatte ich heute sowieso nicht zu fahren, denn ich wollte nur bis Prince-Edward-Island. Die Landschaft bestand wie schon Tage zuvor aus netten Ortschaften, kleinen Buchten, Meeresgeruch und ein Straße durch hügeliges Gelände. Schließlich kam die Confederation Bridge in Sicht, welche Prince-Edward-Island mit New Brunswick verbindet. Leider ist das Bauwerk in seiner ganzen Länge sehr schwerP1110571 zu fotografieren. Obwohl man schon am Beginn die Insel am anderen Ende sieht, zieht sich die Fahrt regelrecht hin. Man glaubt gar nicht, wie lange fast 13 Kilometer sein können. Am Ende bin ich dann auf direktem Weg zu einem Campingplatz bei Charlottetown gefahren. Das Zelt bleibt hier erstmal zwei Nächte stehen, denn morgen mache ich eine (Teil-)Runde über die Insel. Praktischerweise gibts bei den KOA-Campgrounds für ihre besten Kunden des Sommers an diesem Wochenende den zweiten Tag gratis. Na, wenn ich mal kein guter Kunde dieses Jahr war…